„Rechnung geht nicht auf“

Darmstädter Echo vom 9.3.2005
Rechnung geht nicht auf

Zum Artikel vom 22.2.2005: „Wie Darmstadt neue Bürger anlockt. Bevölkerungsentwicklung:
600 neue Wohneinheiten pro Jahr sollen der Stadt zu leichtem Wachstum verhelfen.“

Die Rechnung der Stadtplaner geht nicht ganz auf. Wenn, gemäß des Zahlenwerks zur Bevölkerungsentwicklung, 150 Bürger jährlich sterben und 350 abwandern, hingegen 800 zuwandern, bedeutet das nach Adam Riese einen Zuwachs von 300 Bürgern. Da stellt sich die Frage, warum jährlich 600 neue Wohnungen geschaffen werden müssen und zwar um jeden Preis.

Selbst wenn sich die Prognosen bewahrheiten sollten – was bei einem herrschenden generellen Bevölkerungsschwund in Frage zu stellen ist – sollte „behutsame Nachverdichtung“ zur Neuschaffung innerstädtischen Wohnraums nicht dazu führen, dass, wie im Beispiel Akaziengarten, wertvolle Freiflächen zerstört werden, nur um einige Wohnungen für Privilegierte zu schaffen.

Eine hohe Wohn- und Lebensqualität gehört zu den Faktoren, die potenzielle Bürger nach Darmstadt locken. Durch die Vernichtung von Grünflächen, die vielfache Funktionen erfüllen (Erholungsraum, sozialer Treffpunkt, Spielflächen für Kinder, Frischluftschneise und Ähnliches) wird Darmstadt weniger attraktiv werden. Denn eines steht fest: Sowohl potenzielle Neubürger als auch die aktuelle Bevölkerung benötigen Luft zum Atmen.

Ute Sonderecker
Schepp Allee 84
64295 Darmstadt