September 2026 - Jetzt ist es offiziell: LBIH lässt die Bäume dieses Jahr vertrocknen

Eine offizielle Umweltinformationsanfrage beim LBIH bringt nun nach sieben Wochen endlich die gewünschten Antworten. Allerdings macht sich beim Lesen Fassungslosigkeit breit. Anstelle der ausgebrachten Wassermengen der Vorjahre von 150 - 300 Litern Wasser pro Baum und Wässergang an 130 ausgewählten Bäumen werden die Bäume diesmal mit 3 - 15 Litern pro Baum „bewässert“. Eine halbe bis eineinhalb Gießkannen. Dies ist ein Skandal. 

Derart geringe Wassermengen können die Wurzeln gar nicht erreichen, was bedeutet, dass die Bäume im heißesten und trockensten aller bisherigen Sommer de facto ohne Bewässerung stehen gelassen wurden.

Hintergrund ist eine missverständliche Formulierung in der Ausschreibung, wonach 150 Liter pro Wässergang für Jungbäume und 300 Liter pro Wässergang für Alt- und Maulbeerbäume vorgegeben wurden. Während der professionellen Bewässerungsfirma der vergangenen Jahren klar war, dass damit nur jeweils die Menge pro Baum gemeint sein kann, wurden diese Mengen nun als Gesamtmenge pro Wässergang für alle Bäume beauftragt, woraus die winzigen Mengen pro Einzelbaum resultieren. Wir können dies nicht nachvollziehen, denn selbst ohne gärtnerische Vorbildung sollte der Verwaltung klar sein, dass eine solche Bewässerung überhaupt nichts bringt.

Wir erklären dem LBIH, dass hier ein Fehler vorliegt, und hoffen, dass noch kurzfristig eine wirkliche Bewässerung organisiert wird, damit die Bäume nochmal Wasser aufnehmen können, bevor sie in die Vegetationsruhe gehen. Ihrem derzeitigen Zustand nach zu urteilen, dürften die Folgeschäden massiv sein, und nicht wenige sonst den Austrieb im nächsten Jahr nicht mehr schaffen. Leider lässt die daraufhin folgende Korrespondenz jegliche Hoffnung auf ein vernünftiges Vorgehen schwinden. Denn als Reaktion verdoppelt der LBIH lediglich das Wässerintervall der vollständig sinnlosen Bewässerung. Auf Bitten des Vereins wird das Wasser letztlich wenigstens nur noch auf elf Bäume verteilt, damit zumindest diese etwas davon haben. Eine Lösung ist das nicht.

Petra Stappen